Husserl Archiv, Universität zu Köln
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Das Husserl-Archiv als Forschungszentrum

Das 1951 gegründete Husserl-Archiv der Universität zu Köln stellt heute in Deutschland die bedeutendste Editions- und Forschungsinstitution für das Werk E. Husserls und für die sich an seine Philosophie anschließende Phänomenologie dar. Es genießt hohes internationales Ansehen, was dazu geführt hat, daß hier viele in- und ausländische Stipendiaten und renommierte Husserl-Forscher ihre Studien vorangetrieben haben.

Dem Husserl-Archiv obliegt als Forschungszentrum die Aufgabe, die internationale Forschung auf dem Gebiet der Phänomenologie zu koordinieren und deren neuesten Untersuchungsergebnisse zu verbreiten. Zu diesem Zweck werden in jedem Semester Kolloquien abgehalten, in denen aktuelle phänomenologische Forschungen Fachwissenschaftlern zugänglich gemacht und diskutiert werden.

Außerdem werden regelmäßig Gastvorträge veranstaltet und Symposien oder Tagungen zur Phänomenologie organisiert und durchgeführt. Auf diese Weise wird ein internationaler wissenschaftlicher Austausch auf dem Gebiet der Phänomenologie ermöglicht, indem die Gastforscher in ihren Aufenthalten am Archiv nicht nur beraten, sondern auch aufeinander bzw. auf die einschlägige Spezialliteratur in der Bibliothek verwiesen werden. Durch diese gezielten Verweise auf andere Gastforscher ergibt sich im Archiv organisch eine Koordination der phänomenologischen Forschung. Längerfristig beabsichtigt das Husserl-Archiv, seine Aktivitäten als wissenschaftliches Forschungszentrum zu intensivieren und weiter auszubauen.
Die internationale Zeitschrift "Husserl Studies" wird von Prof. Dr. Dieter Lohmar mit herausgegeben.


Kolloquien:

Seit 1999 finden Kolloquien im Husserl-Archiv statt. An diesen nehmen neben fortgeschrittenen Studenten der Universität Köln regelmäßig auch Doktoranden und Post-Doktoranden anderer Universitäten teil, vor allem aus Wuppertal und Bonn:

- 1999/2000 wurden die gerade erschienenen Texte zur Analyse aktiver Synthesen (Hua XXXI) diskutiert,

- 2001/2002 die wichtigsten Texte aus den soeben veröffentlichten "Bernauer Manuskripten zum Zeitbewußtsein" (Hua XXXIII),

- Im WS 2002/03 folgten die vier "Londoner Vorträge" (1922), die Husserl in die Vorlesung "Einleitung in die Philosophie" (1922/23, Hua XXXV) eingefügt hat.

- Im Sommersemester 2003 wurden Texte zur "Phänomenologie des inneren Zeitbewußtseins" (Hua X) vor dem Hintergrund der veränderten Zeit-Konzeptionen in den nun zugänglichen "Bernauer Manuskripten" und in den im Kölner Archiv bearbeiteten "Späten Manuskripten zum Zeitbewußtsein (1930-34)" (C-Manuskripte) erörtert.

- Seit dem WS 2003/04 werden ausgewählte Texte zur eidetischen Methode gelesen, die seit Dezember 2002 am Kölner Archiv ediert werden.

- Seit dem WS 2005/06 werden späte Texte zur Zeitkonstitution (aus den soeben erschienenen sog. "C-Manuskripten" gelesen und diskutiert.



Gastvorträge veranstaltet vom Husserl-Archiv (1999-2004):

11.06. 1999

Prof. Dr. Eckart Förster (Universität München):
Kants Materietheorie im Lichte der Kritik Schellings
22.11. 1999


Prof. Dr. Rudolf Bernet (Katholieke Universiteit Leuven):
Husserls neue Phänomenologie des inneren Zeitbewußtseins in den "Bernauer Manuskripten"
04.05. 2000 Prof. Dr. Wilhelm Jacobs (Universität München):
Natur und Unbedingtheit. Zu Schellings Naturphilosophie
11.05. 2000


Prof. Dr. Annemarie Gethmann-Siefert (Universität Hagen):
Hegel über das ‚Häßliche' in der Kunst. Zum Verhältnis von Kunst und Reflexion.
02.06. 2000


Prof. Dr. David Carr (Emory University, Atlanta):
Die Paradoxie der Subjektivität: das Selbst in der transzendentalphilosophischen Tradition.
08.05. 2002

Prof. Dr. Donn Welton (State University of New York at Stony Brook):
Die Welt als Horizont.
20.06. 2002


Prof. Dr. Klaus M. Kodalle (Friedrich-Schiller-Universität Jena):
"...denn sie wissen nicht, was sie tun". Entschuldungsakte in philosophischer Perspektive.
22.11. 2002

Prof. Dr. Alberto Rosales (Universität Caracas, Venezuela):
Bewegung und Beharrlichkeit der Zeit bei Heidegger
08.01. 2003

Prof. Dr. Jocelyn Benoist (Université de Paris I - Panthéon Sorbonne): Husserls "Platonismus"?
06.05. 2003


Prof. Dr. Kenneth R. Westphal (University of East Anglia, Norwich):
Die Vielseitigkeit von Hegels Auseinandersetzung mit dem Skeptizismus in der Phänomenologie des Geistes
21.05. 2003

Prof. Dr. James Mensch (Saint Francis Xavier University, Nova Scotia):
Die intersubjektive Grundlage der Imagination
20.11.2003 Prof. Dr. Dieter Sturma (Universität Essen): Selbstbewusstsein. Von Kant zu Schelling
11.12.2003 Prof. Dr. Bernd Dörflinger (Universität Trier): Wie will Gott gedient sein? Der Gottesdienst in der Religionsphilosophie Kants
29.04.2004 Prof. Dr. Adriaan Peperzak (Loyola University, Chicago): Freiheit bei Hegel
21.06.2006 Prof. Dr. Willem A. deVries (University of New Hampshire, Durhan): Zur Philosophie von Peter Sellars (Kurs und Abendvortrag)


Last Updated: Franz Fischer, 16.02.2006