HUSSERL, LEBEN UND SCHRIFTEN
[Quelle: R. Bernet/I. Kern/E.Marbach, Edmund Husserl. Darstellung
seines Denkens, Hamburg ²1996, 217-224.]
- 8. 4. 1859 Geburt Husserls in Proßnitz (Prostejov, Mähren),
als zweites von vier Kindern des jüdischen Tuchhändlers Abraham
Adolf Husserl und seiner Frau Julie.
- 1868 Besuch des Realgymnasiums der Leopoldvorstadt in Wien, nach einem
Jahr bis zur Matura 1876 des deutschen Gymnasiums in Olmütz
- 1876-78 Studium der Astronomie, Mathematik, Physik und Philosophie
in Leipzig
- 1878-81 Studium der Mathematik und Philosophie in Berlin
- 1881/82 Studium der Mathematik in Wien
- 1882/83 Promotion in Wien (Mathematik): Beiträge zur Theorie
der Variationsrechnung; danach Militärzeit und philosophische Studien
in Wien bei Franz Brentano
- 24. 4. 1884 Tod des Vaters
- 1886/87 Philosophische Studien bei C. Stumpf in Halle
- 6. 8. 1887 Eheschließung mit Malvine Steinschneider
- 24. 10. 1887 Antrittsvorlesung in Halle: "Die Ziele und Aufgaben
der Metaphysik"
- Herbst 1887 Druck der Habilitationsschrift Über den Begriff der
Zahl. Psychologische Analysen
- 1891 Philosophie der Arithmetik. Psychologische und logische Untersuchungen
- 1900 Logische Untersuchungen. Erster Teil: Prolegomena zur reinen
Logik
- 1901 Logische Untersuchungen. Zweiter Teil: Untersuchungen zur Phänomenologie
und Theorie der Erkenntnis
- Sept. 1901 Berufung nach Göttingen und Ernennung zum außerordentlichen
Professor
- 1905 Reise nach Berlin zu W. Dilthey, der ihm einem Brief (1929) zufolge
einen Impuls gab, der ihn von dem Husserl der Logischen Untersuchungen
zu dem der Ideen führte.
- 1906 Ernennung zum ordentlichen Professor
- 1907 Gründung der "Göttinger Philosophischen Gesellschaft"
- 1911 Philosophie als strenge Wissenschaft, erschienen in: "Logos",
Bd. I, 1910/11. Daraus entwickelt sich ein Briefwechsel mit Dilthey.
- 1912 Gründung des "Jahrbuchs für Philosophie und phänomenologische
Forschung" durch Husserl als Herausgeber.
- 1913 Ideen zu einer reinen Phänomenologie und phänomenologischen
Philosophie. I: Allgemeine Einführung in die reine Phänomenologie,
erschienen im "Jahrbuch", Bd. I.
- 5. 1. 1916 Berufung nach Freiburg als Nachfolger Heinrich Rickerts
- 8. 3. 1916 Sohn Wolfgang fällt vor Verdun.
- April 1917 Sohn Gerhart liegt kriegsverwundet im Lazarett in Speyer.
- 3. 5. 1917 Freiburger Antrittsvorlesung "Die reine Phänomenologie,
ihr Forschungsgebiet und ihre Methode"
- Juli 1917 Tod der Mutter
- 1918/19 Gründung der "Freiburger Phänomenologischen
Gesellschaft"
- 1919 Veröffentlichung von Husserls Erinnerungen an Brentano
- 1922 (Juni) Londoner Vorträge im University College: "Phänomenologische
Methode und
phänomenologische Philosophie".
- 1923/24 Veröffentlichung der Kaizo-Artikel ("Erneuerung.
Ihr Problem und ihre Methode"; "Die Methode der Wesensforschung";
"Erneuerung als individualethisches Problem")
- 8. 4. 1926 Heidegger überreicht Husserl die Widmung zu "Sein
und Zeit"
- 31. 3. 1928 Husserls Emeritierung. Sein Nachfolger wird Martin Heidegger
(1.10.1928)
- 1928 Heidegger veröffentlicht Husserls Vorlesungen zur Phänomenologie
des inneren Zeitbewußtseins im "Jahrbuch", Bd. IX.
- April 1928 Amsterdamer Vorträge über "Phänomenologie
und Psychologie. Transzendentale Phänomenologie"
- Febr.1929 Vorträge Husserls in Paris
- Juli 1929 Veröffentlichung von Formale und transzendentale Logik
im "Jahrbuch", Bd. X und als Sonderdruck
- 1930 Veröffentlichung des Nachworts zu den Ideen im "Jahrbuch",
Bd. XI
- Juni 1931 Vorträge in Frankfurt, Berlin und Halle über "Phänomenologie
und Anthropologie"
- 1933 Behinderungen seiner Arbeit nach der Machtübernahme der
Nationalsozialisten:
- 6. 4. 1933 Beurlaubung (am 20. 7. wieder aufgehoben)
- Nov. 1933 Husserl erwägt ernsthaft die Annahme eines Rufs an
die University of Southern California in Los Angeles.
- Okt. 1934 Plan eines Archivs für Husserls Manuskripte
- März 1935 Verhandlungen mit Prag zwecks Überbringung von
Husserls Manuskripten
- Nov. 1935 Prager Vorträge: "Die Krisis der europäischen
Wissenschaften und die Psychologie"
- 31. 12. 1935 Entzug der Lehrbefugnis
- 24. 1. 1936 Husserl schickt den ersten Teil der Krisis-Schrift für
den Druck in der neuen, in Belgrad von A. Liebert herausgebenen Zeitschrift
"Philosophia" nach Prag.
- 25. 1. 1936 Das Reichsministerium zwingt Husserl, aus der von Liebert
in Belgrad gegründeten philosophischen Organisation auszutreten
- 8. 6. 1937 Husserl bittet um die Teilnahme am 9. Internationalen Kongreß
für Philosophie in Paris, was vom Reichsministerium abgelehnt wird.
- 1937 Husserl muß seine Wohnung in der Lorettostraße verlassen
- 27. 4. 1938 Tod Husserls mit 79 Jahren
- 1938 Rettung des Nachlasses durch den
Franziskanerpater Hermann Leo Van Breda, der mit Hilfe des Husserlschülers
Fink und Husserls Witwe Malvine den Nachlaß in die Universität
von Leuven (Belgien) schafft. Gründung des Husserl-Archivs in Leuven.
|